Erfahrungsbericht Ph-MECHANIK

von Viktoria Randerath

Was haben Sie erlebt?

Meine 5-tägige Erkundungswoche durfte ich bei Ph-Mechanik in Aachen verbringen.
Gleich beim Empfang am ersten Tag habe ich gemerkt, dass die Kommunikation und das soziale Miteinander zwischen den Kollegen ganz anders sind, als ich es von der Bank gewohnt bin. Die Kollegen und Kolleginnen kennen sich alle untereinander viel besser und grundsätzlich wird sich untereinander gedutzt. Das war zu Anfang für mich eine Umstellung, doch durch die Offenheit meiner „Kollegen auf Zeit“ fiel es mir leicht, mich darauf einzulassen.
Sicher ist dieses andere Miteinander unter anderem auf die Größe des Unternehmens zurückzuführen.


Im Vergleich zu meinem Ausbildungsbetrieb, der Aachener Bank eG, ist das Unternehmen Ph-Mechanik ein recht kleines Unternehmen.
Beschäftigt sind dort momentan 21 Mitarbeiter, davon 1 Auszubildender und 2 Damen, die sich ausschließlich um die Verwaltungsaufgaben kümmern. Getreu dem Leitsatz: „Von der Idee zum Produkt“ beschäftigt sich das Unternehmen mit der Einzelteil- und Serienfertigung, sowie Prototypenfertigung von (Maschinen-)Bauteilen auf Kundenwunsch.
Ein besonders großes Projekt ist die Fertigung von Evakuierungsstühlen, die überall auf der ganzen Welt, bis hin nach Dubai, eingesetzt werden. Diese Tatsache hat mich sehr erstaunt und zugleich beeindruckt. Ebenso erstaunt war ich, als ich gesehen habe, wie diese Stühle produziert werden und wie viele verschiedene Produktionsstufen es benötigt, um ihn fertigzustellen.


Dadurch, dass ich zuvor noch nie in einem Produktionsunternehmen Praktikum gemacht habe, wusste ich nicht genau, was mich erwarten würde. Ich war durchaus skeptisch, ob meine (doch recht begrenzten) handwerklichen Fähigkeiten ausreichen, um tatsächlich selber einige Aufgaben übernehmen zu können. Zu meiner großen Freude gab es dann aber doch ein paar Aufgaben, bei denen ich assistieren, oder sogar selbst tätig werden konnte. Diese waren beispielsweise das Entgraten von Bohrungen an Bauteilen (scharfe Kanten entfernen), sowie das Einsetzen von Wellendichtungen in Bauteile. So war ich das erste Mal in meinem Leben wirklich produktiv im Umgang mit Hammer und Bohrmaschine. Ich muss zugeben, dass es durchaus nützlich wäre, wenn ich die ein oder andere handwerk-liche Tätigkeit, die im Alltag anfällt, selber erledigen würde.

Wie haben Sie die Erkundungswoche verbracht?

Den ersten Tag meiner Erkundungswoche habe ich bei den Kolleginnen in der Verwaltung verbracht. Gemeinsam mit ihnen habe ich Kundenanliegen bearbeitet, Angebote, Aufträge und Rechnungen erstellt, sowie Lieferscheine vorbereitet. Da das System ein völlig anderes ist, als ich es kenne, brauchte ich etwas Zeit mich daran zu gewöhnen. Durch die Geduld und Hilfsbereitschaft meiner Kolleginnen jedoch, wurde ich von Vorgang zu Vorgang schneller.
Auch zeigten die beiden Interesse am 2Blickwinkel-Projekt und an meiner Arbeit. So tauschten wir uns rege über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Berufen aus.

Die folgenden 4 Tage ging es für mich in die Fertigung.
Hier wurde ich einen Großteil der Zeit von einer Kollegin betreut, die eine Vielzahl verschiedener Aufgaben übernimmt. Beispielsweise ist sie für die Qualitätssicherung bei Ph-Mechanik zuständig. Sie zeigte und erklärte mir einige der Messgeräte und ich war beeindruckt, wie exakt einige Bauteile gefertigt sein müssen, damit sie später auch genau passen und richtig funktionieren. Auch ich selber durfte Dinge nachmessen und mit kontrollieren. Einige Messgeräte sind auf 1/1000 mm genau. Eine für mich schwer vorstellbare Größe.
Ebenso gehört das Verpacken fertiger Bauteile zur Arbeit dazu. Auch hier konnte ich helfen die Waren für den Versand ordnungsgemäß zu verpacken, damit auch kein Bauteil beschädigt wird.

Was war Ihr persönliches Erfolgserlebnis?

Einige der anderen Kollegen zeigten und erklärten mir, was die verschiedenen Maschinen machen, und wozu man sie braucht. In dem Unternehmen gibt es eine Vielzahl von Maschinen, wobei einige für mich recht ähnlich aussehen. Doch die Kollegen erklärten mir, dass jede Maschine sich für eine andere Aufgabe besonders gut eignet und es darum gut ist, so viele Maschinen zu haben.
In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass meist ein Mitarbeiter auf eine bestimmte Maschine spezialisiert ist, jeder also „seine“ Maschine hat.
Gerade durch die überschaubare Größe des Unternehmens kommt es mir vor, als wäre dadurch jeder Mitarbeiter unersetzbar, bzw. deutlich schwerer zu ersetzen. In der Bank ist es (zumindest im Service-Bereich) zum Teil so, dass es eine Art „Personalreserve“ gibt, die in bestimmten Fällen flexibel einspringen kann.

Wie ist Ihr Fazit der Erkundungswoche?

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sehr interessant war, einmal aus dem Bankalltag herauszukommen und zu sehen, wie es in einem handwerklichen Betrieb ist.
Ganz besonders hat mich die Offenheit und Freundlichkeit der Kolleginnen und Kollegen gefreut, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass ich viel Spaß hatte. Dafür bedanke ich mich recht herzlich.
Ebenso bedanke ich mich bei Herrn Schürings für die Teilnahme an diesem Projekt, ohne die ich diese spannende Erfahrung nicht hätte machen können.