Soforthilfe für Kleinstunternehmen

Soforthilfe für Kleinstunternehmen

Hilfspaket für Kleinstunternehmen, Selbstständige und Freiberufler

Viele Unternehmen spüren die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Vor allem Kleinstunternehmen, Freiberufler und Selbstständige sind von existenzbedrohenden Zahlungsschwierigkeiten betroffen. Denn sie verfügen häufig nicht über ausreichende Sicherheiten, um Liquiditätsengpässe eigenständig zu überbrücken. Um dem entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung am 23. März ein umfassendes Hilfsprogramm für kleine Unternehmen und Selbstständige beschlossen.

Das Hilfspaket

Die Bundesregierung stellt mit dem Hilfsprogramm für Kleinstunternehmen ein Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit deckt sie die Hilfe für einen substanziellen Anteil der über drei Millionen Betroffenen in Deutschland ab. Mit dem Hilfspaket können Kleinstunternehmen bzw. Selbstständige kurzfristige Zuschüsse beantragen.

Wer erhält welche Hilfe?

Das Hilfspaket soll vor allem Freiberuflern, Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen einschließlich landwirtschaftlichen Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten zugutekommen. Sofern sie die Voraussetzungen erfüllen, können Kleinstunternehmen mit maximal fünf Beschäftigten in Vollzeitäquivalenz einen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro und Unternehmen mit maximal zehn Beschäftigten in Vollzeitäquivalenz einen Zuschuss von bis zu 15.000 Euro erhalten. Der Zuschuss ist einmalig und kann für drei Monate beantragt werden. Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können die Zuschüsse nur beantragen, wenn

  • sie ihre Dienstleistungen oder Waren bereits vor dem 1. Dezember 2019 auf dem Markt angeboten haben oder hauptsächlich als Freiberufler oder Selbstständige tätig sind,
  • sie ihre Tätigkeiten von einem Geschäftsführungssitz oder einer Betriebsstätte in Deutschland ausführen,
  • sie sich aufgrund der Corona-Krise in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten befinden und
  • sie bei einem deutschen Finanzamt gemeldet sind.
Ob ein Antragsteller die finanzielle Hilfe erhält, entscheidet die zuständige Behörde nach ihrem pflichtgemäßen Ermessen im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Finanzmittel.

So beantragen Sie Hilfe

Damit das Programm die wirtschaftliche Existenz der Unternehmen so schnell wie möglich sichern kann, verzichtet die Regierung auf ein anspruchsvolles Antragsverfahren. So können Kleinstunternehmen und Selbstständige den Antrag formlos bei ihrer zuständigen Landesbehörde einreichen. Die Auszahlung der Zuschüsse erfolgt ebenfalls über die Länder. Ab wann die Gelder zur Verfügung stehen, hängt von der jeweiligen Landesbehörde ab.

Eine Antragstellung ist bis zum 31. Mai 2020 möglich.

Zuständige Behörden und Stellen in Ihrem Land

Bei Fragen zu Ihrem Antrag oder dessen Bewilligung wenden Sie sich bitte an die zuständige Behörde bzw. Stelle bei Ihnen vor Ort. Der nachfolgende Link führt Sie zu weiteren Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Dort finden Sie auch eine Übersicht zu den entsprechenden Ansprechpartnern je Bundesland. Eine solche Übersicht finden Sie zudem in der FörderWelt der DZ BANK.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch die zuständigen Behörden nicht ersetzen.

Stundung von Steuerzahlungen

Stundung von Steuerzahlungen

Unternehmen sollen durch steuerliche Hilfsmaßnahmen finanziell unterstützt werden

Das Bundesfinanzministerium und die Landesfinanzministerien haben steuerliche Maßnahmen beschlossen, um Unternehmen in der aktuellen Notlage finanziell zu entlasten und ihre Liquidität zu verbessern. Zu den steuerlichen Hilfsmaßnahmen zählen eine mögliche Stundung von Steuerzahlungen, die Herabsetzung von Vorauszahlungen sowie das Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen.

Stundung von Steuerzahlungen

Die Corona-Pandemie hat für viele Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler enorme wirtschaftliche Folgen. Aus diesem Grund hat der Bund besondere steuerliche Maßnahmen beschlossen, die zur Liquiditätssicherung der Betroffenen beitragen sollen. Wenn Unternehmen Steuerzahlungen, die in diesem Jahr fällig sind, nicht leisten können, besteht die Möglichkeit, diese Steuern erst später zu zahlen. So können die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden.

weitere Steuerliche Hilfsmaßnahmen

Auch die Höhe der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer kann aufgrund der Corona-Pandemie angepasst werden. Wenn die Einkünfte von Unternehmen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer ausfallen als geplant, kann die Herabsetzung der Steuervorauszahlungen beantragt werden. Des Weiteren soll auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden – Einkommen-, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer – bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet werden. Unternehmen können zudem Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, erlassen werden. Vorausgesetzt, der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung ist unmittelbar von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen.

So stellen unternehmen einen Antrag

Um eine Stundung von Steuerzahlungen und die Anpassung von Vorauszahlungen in Anspruch zu nehmen, müssen Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler einen Antrag beim zuständigen Finanzamt stellen. Dies muss bis zum 31. Dezember 2020 erfolgen. Bei Antrag auf Stundung von Steuern beziehungsweise Anträgen auf Anpassung der Steuervorauszahlungen müssen Unternehmen lediglich belegen, dass sie unmittelbar von der Corona-Pandemie betroffen sind. Eine detaillierte Auflistung über die Höhe der entstandenen Schäden im Einzelnen ist nicht notwendig.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch die zuständigen Behörden nicht ersetzen.

Sozialversicherungsbeiträge Stunden

Sozialversicherungsbeiträge stunden

So erhalten Sie weitere Unterstützung für Ihr Unternehmen

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind Unternehmen zunehmend auf Hilfe angewiesen. Neben den Rettungsmaßnahmen des Bundes und der Länder, gibt es für Betroffene nun auch Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen. So können Firmen, die durch die Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, nun ihre Sozialversicherungsbeiträge vorübergehend stunden lassen. Wie Sie die Hilfe beantragen können, erfahren Sie hier.

Beachten Sie die Fristen für Ihre Beitragsstundung

In seinem Rundschreiben vom 24. März 2020 verkündete der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, dass von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen ihre Sozialversicherungsbeiträge für die Monate März und April stunden können. Ein Stundungsantrag für die Beiträge des Monats März war bis zum 26. März möglich. Da die Sozialversicherungsbeiträge stets am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats fällig sind, ist der Antrag auf Beitragsstundung für den Monat April grundsätzlich bis zum 27. April zu stellen.

Stundung bereits bezahlter Beiträge: geht das?

Ist ein Widerruf des Lastschriftverfahrens zu diesem Fälligkeitstermin nicht möglich, kann der Sozialversicherungsbeitrag für den Monat unter Umständen dennoch gestundet werden. Wie bereits bezahlte Beiträge zurückerstattet werden können, ist bei der jeweils zuständigen Krankenkasse zu erfragen.

Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen

Die Möglichkeit zur Stundung von Sozialversicherungsversicherungsbeiträgen ist in § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV geregelt. Demnach kann ein Unternehmen seine Beiträge nur dann aufschieben, wenn es in Folge der Corona-Pandemie in finanzielle Engpässe geraten ist und die sofortige Einziehung der Beiträge für die Firma mit besonderer Härte verbunden wäre. Die Bundesregierung schreibt zudem vor, dass vor Inanspruchnahme der Stundung grundsätzlich alle Hilfsmaßnahmen und -vorkehrungen ausgeschöpft sein müssen.

Wichtig: Ob Ihnen eine Beitragsstundung zusteht, entscheidet die zuständige Krankenkasse nach pflichtgemäßem Ermessen.

Jetzt vereinfachtes Antragsverfahren zur schnellen Unterstützung nutzen

Da die betroffenen Unternehmen schnellstmöglich Hilfe benötigen, kann der Antrag formlos gestellt werden. Das Beilegen von Nachweisen zu bereits erhaltenen Hilfsmaßnahmen ist bei der Antragstellung somit nicht erforderlich. Es reicht aus, wenn Sie Ihrer Krankenkasse unter Bezugnahme auf § 76 SGB IV glaubhaft erklären können, dass sich Ihr Unternehmen trotz Inanspruchnahme der Unterstützungsmaßnahmen des Bundes und der Länder durch die Pandemie in einem ernsthaften Liquiditätsengpass befindet. Steht die Bewilligung einiger Hilfsmaßnahmen noch aus, ist zusätzlich zu erklären, dass entsprechende Maßnahmen beantragt wurden.

Mustervorlagen für Ihren Antrag erhalten Sie unter anderem bei Ihrer IHK vor Ort. 

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihre Krankenkasse, Ihren Versicherer oder die zuständige Behörde nicht ersetzen.