Die Historie der Aachener Bank
__________________________________________________________________________
Die ersten 30 Jahre
Am Ende des ersten Geschäftsjahres hatten neben den neun Gründern 50 Aachener Bürger die Mitgliedschaft erworben. Im Hinblick auf die kleine Ausgangsbasis kann das erzielte Geschäftsergebnis als durchaus befriedigend bezeichnet werden.Markante Änderungen ergaben sich von der Jahrhundertwende bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges in der Aachener Bankenwelt. Im Jahre 1901 erfolgte die Gründung der Sparkasse der Stadt Aachen (Stadtsparkasse). Das Bankhaus Robert Suermondt & Cie. hatte im gleichen Jahr seine Geschäfte auf die Aachener Filiale der Bergisch-Märkischen Bank übertragen. Diese Bank selbst ging 1914 durch Fusion auf die Deutsche Bank über, die seitdem in Aachen mit einer Filiale vertreten ist. Alles in allem war die Konkurrenz somit durch das verstärkte Vordringen der Aktienbanken und der öffentlich-rechtlichen Geldinstitute weitaus gewichtiger geworden.
Im Jahr 1922 mietete die Bank Geschäftsräume in einer zentral gelegenen Stadtlage an, und zwar in der Wirichsbongardstraße 45. An dieser Adresse befand sich das - leider heutzutage nicht mehr vorhandene - "Mittelstandshaus". Das Gebäude diente zur damaligen Zeit dem Aachener Handwerk als Versammlungsstätte für seine Sitzungen. Auch hatten hier die Geschäftsstelle des Innungsausschusses und die Innungskrankenkasse ihren Sitz.
Ein neuer Anfang nach der Inflation
Von allen um die Jahrhundertwende in Aachen ansässigen, privatwirtschaftlich organisierten Geldinstituten hatte nach den Inflationsjahren nur die Aachener Creditbank ihre Selbständigkeit bewahren können.Ende 1929 zeigten sich im Wirtschaftsleben die ersten Vorzeichen einer weltweiten Krise. Das Wirtschaftsbarometer fiel permanent. Eine rückläufige Konjunktur, empfindliche Kursverluste an den Börsen und eine Insolvenzwelle nie gekannten Ausmaßes beunruhigten die Bevölkerung aufs höchste. Während der Wirtschaftskrise bot sich der Aachener Creditbank die Gelegenheit, erheblich größere Geschäftsräume im Hause Theaterstr. 12-14 / Ecke Aureliusstraße anzumieten. Am 1. November 1930 erfolgte der Umzug in das Gebäude, das 1943 im Krieg total zerstört wurde. An dieser Adresse befindet sich heute die Hauptverwaltung der Aachener und Münchener Beteiligungs-AG.
Die Entwicklung in den dreißiger Jahren
Die Aachener Creditbank hatte die schweren Jahre der Weltwirtschaftskrise aufgrund einer guten Liquiditätslage relativ gut überstanden. Trotz vorübergehend rückläufiger Einlagen konnten gegebene Kreditzusagen ohne fremde Hilfe erfüllt werden. Die Aufwärtsentwicklung der Bank wurde jedoch für einige Jahre unterbrochen. Wie bei allen Geldinstituten stagnierte auch die Bilanzsumme der Aachener Creditbank.Im Frühling 1935 gelang es der Bankleitung, durch die Eröffnung der ersten Zweigstelle am Städtischen Schlachthof den Geschäftsbetrieb erheblich zu vergrößern. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich mit den am Schlachthof vertretenen Geschäftsleuten, den Agenten, Händlern und Metzgermeistern ein partnerschaftliches Vertrauensverhältnis, das sich für alle Seiten sehr positiv auswirkte. Die Verbundenheit mit diesen mittelständischen Betrieben ist auch nach der Schließung der Zweigstelle in 1993, die in Zusammenhang zu sehen ist mit der vorangegangenen Eröffnung der Zweigstelle Aachener Kreuz, weiterhin besonders eng und vertrauensvoll.
1939: Beginn des 2. Weltkrieges. Die Bilanzsumme erreichte im vierzigsten Jahr des Bestehens der Bank 1,5 Millionen RM. Zielstrebig verfolgte die Geschäftsführung das Ziel, die Aachener Creditbank auf einen angemessenen Platz im Wirtschaftsleben der Stadt zu führen. So weitete sich in den ersten Kriegsjahren das Bilanzvolumen durch einen hohen Einlagenzuwachs kräftig aus. Die Bilanzsumme stieg am Ende des Kriegsjahres 1942 auf 4 Millionen Mark an. 525 Mitglieder waren mit 1004 Geschäftsanteilen beteiligt.
1943 - zu einem Zeitpunkt als der Luftkrieg über Aachen eskalierte - wurde in der Nacht zum 14. Juli das Bankgebäude total zerstört. Erhalten blieb jedoch der Tresorraum, in dem die Bar- und Wechselbestände sowie die Kontenkarten aufbewahrt wurden. Alles andere, insbesondere die Büromaschinen, ging verloren. Im Haus Römerstraße 45 fand die Bank in einem ursprünglich nur zur privaten Nutzung gebauten Anwesen eine notdürftige Unterkunft bis zur notwendigen Zwangsräumung der Stadt. Aufnahme fand die Bank von September 1944 bis Mai 1945 in der Volksbank Daaden im Westerwald. Zahlreiche evakuierte Aachener wurden von dort aus bankmäßig betreut.
